„Tanne Thalheim, uns're Liebe, uns're Mannschaft, unser Stolz, unser Verein, Tanne Thalheim”

Erste Punktspielniederlage der Saison auf dem Erzgebirgskamm

Am achten Spieltag der Kreisoberliga Erzgebirge hat es nun auch unsere Tannen erwischt. Mit 1:3 (1:2) verlor man beim SV Blau-Weiß Deutschneudorf und muss sich vor allem an die eigene Nase fassen, dass es zu dieser unnötigen aber irgendwie auch verdienten ersten Saisonniederlage kam. Trotz allem erlebte man eine schöne Ausfahrt im großen Bus, der fast bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Dabei hatte man, wie später auf dem Platz, schon auf der Anreise manches Hindernis zu überwinden. Über zwei Stunden dauerte diese, gespickt mit Baustellen und Umleitungen, aber das konnte Busfahrer Dirk Rosenzweig und die erwartungsfrohen Fans nicht aus der Bahn werfen.

Beinahe in Bestbesetzung, bis auf Robert Nitzsche hatte Trainer René Wendler fast alle Mann an Bord, liefen die Thalheimer auf sattem Grün auf, unterstützt von mehr als der Hälfte der anwesenden, offiziellen 73 Zuschauer. Bei bester Versorgung im Bus und auch Stadion, unter anderem gab es hier Krusovice vom Fass, kommen die Tannen auch recht gut ins Spiel und sind anfangs das überlegene Team. Beispielsweise gelingt in der 10. Minute Pierre Kretschmar einer seiner gefürchteten Fernschüsse, den der insgesamt sehr gut haltende Torhüter der Einheimischen mit Mühe noch zur Ecke klären kann.

In der 14. Minute dann die bis dato verdiente Führung, und alles schien in geregelten Bahnen zu laufen. Nach einem Einwurf auf der rechten Thalheimer Angriffsseite in Höhe des Strafraumecks gelangt der Ball über mehrere Stationen zum im Strafraum lauernden David Koch, der geschickt für seinen Schwager Manuel Grasse an den 16er zurücklegt. Dieser hämmert den Ball mit sattem Schuss ins lange Eck.

Ständig auf der Hut sein musste man in der Folge vor den schnellen Gegenstößen der Gastgeber, man ließ sich aber auch dementsprechend trotz weiterer optischer Überlegenheit locken. Einer dieser Konter bringt bereits in der 19. Minute den bis dato überraschenden Ausgleich. Über die rechte Seite der Blau-Weißen ging die Post ab und die Eingabe in den Strafraum verwandelt der im Vorjahr noch in der Landesliga Sachsen für den SV Olbernhau aktive Jakub Uhlir freistehend in der Mitte.

Danach sinkt leider sowohl das spielerische Niveau auf dem Platz als auch außerhalb. Die Zwönitztaler lassen sich auf die kleineren Scharmützel der Deutschneudorfer ein, anstatt weiter mit ihren Mitteln Fussball zu spielen. Und auch das nicht immer sicher wirkende Schiedsrichtergespann lässt sich davon anstecken. In der 34. Minute gibt es nach einem harmlosen Zweikampf im Mittelfeld einen sehr umstrittenen Freistoß, in dessen Folge sich Rico Hesse aus Ärger darüber auch noch eine gelbe Karte abholt (nicht die letzte in diesem Spiel) - nach Ausführung dessen landet der Ball im Strafraum auf dem Kopf eines weiteren tschechischen Gastspielers der Blau-Weißen, Miroslav Lehky, und dieser köpft seelenruhig in den Winkel ein (35.).

Die optisch weiterhin überlegenen Tannen dringen in der Folge auf den Ausgleich, doch bleibt die Chancenverwertung an diesem Tag ein großes Manko. So vergibt beispielsweise Manuel Grasse kurz vor der Pause, allein auf den SV-Torhüter zulaufend, beziehungsweise wirft sich dieser in den Schuß und hält mit Glück die Führung für sein Team fest.

Und auch nach der Pause das gleiche Bild: Thalheim optisch deutlich überlegen, die Gastgeber lauern auf Konter und vor allem Fehler der Gäste. Und die tun ihnen den Gefallen. Symptomatisch die Vorentscheidung der Partie. Nach einer riesen Möglichkeit des eingelaufenen Manuel Arnold, der aus acht Metern den erneut glänzend parierenden Torhüter der Blau-Weißen nicht überwinden konnte, ist im direkten Gegenzug nach schnellem und auch sehenswerten Pass in die Tiefe wiederum Lehky völlig frei und triftt zum 3:1. Doch auch danach wäre der Drops noch nicht gelutscht gewesen, hätten die Tannen eine ihrer vielen vorhanden Chancen zum Anschluss genutzt. So etwa der gut agierende Danny Pfüller, der nur kurz nach dem 3:1 eine gewaltige Kopfballmöglichkeit liegen lässt. Oder der eingewechselte Tim Schaarschmidt, der freistehend am langen Pfosten nach guter Eingabe von rechts das Streitobjekt nicht aufs Tor bringt (82.).

Zu diesem Zeitpunkt waren unsere Farben bereits in Unterzahl, denn Rico Hesse ließ sich in der 78. Minute an der gegnerischen Grundlinie (!) zu einer Tätlichkeit hinreißen, die ohne weiteres auch mit glatt "Rot" hätte bestraft werden können. Da aber auch der Gegenspieler nicht ganz unbeteiligt war, ließ der Referee Gnade vor Recht ergehen, bestrafte beide Übeltäter mit Gelb, was für den bereits verwarnten SVT-Routinier den Platzverweis nach sich zog.

Alles in allem hätte man wohl noch Stunden länger spielen können, ohne den Ball im wie vernagelt wirkenden Tor der Deutschneudorfer unterzubringen. Dennoch sieht die Tabelle nach wie vor sehr gut aus, man grüßt noch immer vom ersten Platz und hat diesen bereits am kommenden Samstag im Lokalderby-Heimspiel gegen den Oelsnitzer FC zu verteidigen.

Trotz alledem gab es auf der Ausfahrt auch schöne Erlebnisse, wie zum Beispiel die Rast auf der Rückfahrt beim Olbernhauer Bahnhof, als man sich herrliche hausgemachte Salate, Würste aus dem Hause Teichert (erwärmt zum Teil vom campingerprobten Co-Trainer), Hackepeter aus dem Hause Grasse sowie Brötchen aus dem Hause Rudolph schmecken ließ - vielen Dank dafür an die Mannschaft und die treuen Hausfrauen. Auch der leckere Kuchen aus dem Hause Waldmeyer soll nicht unerwähnt bleiben.

Statistik zum Spiel:

Torfolge: 0:1 Grasse (14.), 1:1 Uhlir (19.), 2:1, 3:1 Lehky (35., 56.)

Aufstellungen:
Post, Hesse, Pfüller, Koch (68. Hirsch), Groschopp (46. Msalam), Teichert, Kretzschmar, Barthold, Arnold (81. Schaarschmidt), Grasse, Wetzel

Schiedsrichter: Torsten Golde (Beutha)

Zuschauer: 73

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