Last Minute Drama zum Rückrundenauftakt

SV Tanne Thalheim – VfB Fortuna Chemnitz 4:4 (1:1)

Aufstellung der Tannen: Stefan Berger, Leo Pampel (90+2´ Nino Groschopp), Lukas Hirsch, Louis Woidtke (64´Groß), Jim Fischer (78´ Medjadji), Tommy Barthold, Nico Groschopp, Adrian Teichert, Pierre Kretzschmar, Ian Schenker (72´Wache), Calvin Wilhelm (78´Seidler)

Torfolge: 0:1 Kenny Starke (10´), 1:1 Calvin Wilhelm (44´), 1:2 Kenny Starke (48´), 2:2 FE Jim Fischer (63´), 3:2 Luca Groß (86´), 4:2 Luca Groß (88´), 4:3 Kevin Eberlein (90+1´), 4:4 David Groschopp (90+3`)

Schiedsrichter: Marc Jünger     Zuschauer: 108

Am Samstag empfing unsere 1. Mannschaft zum Rückrundenauftakt den VfB Fortuna Chemnitz. Direkt ein heißes Duell gegen einen unmittelbaren Konkurrenten im Abstiegskampf, den man mit einem Sieg weiterhin auf Abstand halten wollte. Für die Tanne war es definitiv keine optimale Vorbereitung – mit zwei Testspielabsagen und zusätzlich wenig Mann im Training konnte man sich nicht optimal auf die Rückrunde vorbereiten. Unter der Woche machten einige fleißige Helfer den Platz vom Schnee frei, sodass das Spiel stattfinden konnte. Vielen Dank an dieser Stelle für die teils harte Arbeit.

Kadertechnisch musste Wendler auf ein paar verletzte bzw. angeschlagene Spieler verzichten und Robert Nitzsche, der seine gelb/rote Karte absitzen musste – umso bitterer, dass einen Tag zuvor krankheitsbedingt auch noch Tom Müller fehlte. Dafür rückten Maxi Seidler und Julian Wache aus unserer A-Jugend in den Kader. Ihr Kaderdebüt feierten zudem Junis Medjadji und Tommy Barthold. Junis fehlte, nachdem er im Sommer zur Mannschaft stieß, die gesamte Hinrunde verletzungsbedingt. Tommy stand nach seinem Kreuzbandriss im Februar 2025 dem Team wieder zur Verfügung und stand auch direkt in der Startelf.

Die Partie startete optimal für die Gäste aus Chemnitz. Eine Ecke in der 9. Minute, scharf getreten auf den kurzen Pfosten, wurde per Schulter eines Fortunen zur Führung verwertet. Es war alles andere als ein optimale Start für die Mannschaft von Trainer René Wendler. In den Minuten darauf versuchte die Mannschaft gut in die Partie zu kommen, die Zweikämpfe anzunehmen und versuchte sich offensiv mit Diagonalbällen nach vorn zu bringen. Aber viel war es nicht was man auf beiden Seiten sah. Hitzig war es ebenso. Die Fortunen hatten es offensichtlich auf Comebacker Tommy Barthold abgesehen, der in den Anfangsminuten ordentlich auf die Socken bekam, was der Schiedsrichter nicht immer ahndet.

Die erste nennenswerte Chance unserer Mannschaft  kam kurz vor der Halbzeit, als die Tannen viel Druck auf die Gäste ausübten. Ian Schenker schickte Louis Woidtke in die Tiefe, Woidtkes Abschluss auf die lange Ecke allerdings kein Problem für den Keeper. Nur ein paar Minuten später gelang den Tannen der zu dem Zeitpunkt verdiente Ausgleich. Nach einem Ballgewinn von Barthold spielte er mit seinem zweiten Kontakt einen Diagonalball auf Wilhelm, der mit einem feinen ersten Kontakt den Gegner ins Leere rutschen ließ, mit Tempo à la „Arjen Robben“ in die Mitte zog und aus 20 Metern abzog und den Ball im Tor unterbrachte.

Im zweiten Durchgang war es wieder ein schneller Start der Karl-Marx-Städter. Nach einem hohen Ball im Strafraum wollte Nico Groschopp klären, legte den Ball jedoch ungewollt am Strafraumeck einem Gegenspieler auf, der ansatzlos das Spielgerät in die lange Ecke zur erneuten Führung schoss – ebenso ein erneuter Nackenschlag für die Heimelf. Das Spiel verflachte ein wenig, die Tannen mussten sich nach dem erneuten Rückstand wieder reinkämpfen. Das taten sie auch. Dabei hatten sie aber auch nach einem Durchbruch der Fortunen auf der linken Seite Glück, dass das Foul von Hirsch auf die Strafraumlinie gelegt wurde und so der mögliche Elfmeter nicht zum vermeidlichen 3:1 der Gäste genutzt werden konnte.

Nach einer knappen Stunde wurde in einer Strafraumszene erst Tommy Barthold im Strafraum gelegt – man hörte und sah klar einen Kontakt am Fuß, doch der Schiedsrichter ließ die Aktion weiterlaufen. Nach einem langen Ball wollte Woidtke in den Strafraum spritzen und wurde klar von einem Gegenspieler gelegt. Der Offizielle, der in dieser Phase durch viele Fouls viel zu tun hatte, zeigte ansatzlos auf den Punkt. Die Verantwortung aus 11 Metern übernahm Mittelfeldmotor Jim Fischer, der den Ball oben rechts zum erneuten Ausgleich verwandelte.

Danach wechselten die Tannen, brachten mit Groß, Seidler und Wache frische Kräfte und sorgten nochmal für ordentlich Betrieb. In der Schlussphase kam es nochmal zu einem Aufreger. Nach einem Angriff der Fortunen soll der Ball die Linie überschritten haben, doch der Schiedsrichter ließ weiterspielen. Die Gäste waren außer sich und protestierten lautstark. In der aufgeheizten Situation verlor ein bereits verwarnter Fortuna-Spieler die Nerven – der Unparteiische zeigte ihm die zweite Gelbe Karte. Damit musste er vorzeitig unter die Dusche.

Das machte die Tannen stark, man ging offensiv vorne drauf und wollte nun den Sieg. In der 86. Minute schoss Joker Groß die Tannen erstmals in Führung. Nach einem Klärungsversuch in der Defensive der Fortunen gelangte der Ball zu Luca Groß, 20 Meter vor dem Tor. Luca fackelte nicht lange und versenkte den Ball im Tor. Nur eine Minute später war Groß wieder offensiv zu finden. Nach einem langen Ball nahm er es gleich mit zwei Abwehrspielern auf, die Chemnitzer waren weit aufgerückt. Groß ging ins Dribbling, zog in die Mitte und versenkte den Ball an der Strafraumkante erneut – der wohlmögliche Siegtreffer. Die Freude riesig, alle lagen sich in den Armen, die drei Punkte greifbar nah.

Doch direkt nach dem Anstoß bespielten die Gäste die Tanne-Abwehr mit einem langen Ball. Der Klärungsversuch sprang erneut einem Fortunen in die Füße, der den Ball ansatzlos im Tor versenkte. Der Anschluss – und plötzlich glaubten die Gäste wieder daran, wenigstens einen Zähler mitzunehmen. Vor dem Strafraum brachte Medjadji, der für Fischer in die Partie kam, einen Gegner zu Fall und es gab nochmal Freistoß aus guter Position – wahrscheinlich die letzte Aktion im Spiel. Keeper Berger stellte seine Mauer und es kam wie ein schlechter Albtraum. Der Kapitän der Gäste schoss den Ball unter der Mauer durch zum 4:4-Ausgleich. Der Schiedsrichter ließ noch eine Aktion laufen, danach pfiff er ab.

Eine Achterbahn der Gefühle – der Sieg war schon greifbar, am Ende fühlt es sich an wie eine Niederlage. Positiv: Man behielt den Abstand nach hinten und sammelt trotzdem einen weiteren Punkt.

Kommenden Samstag reist man zum Tabellenführer, der SG Taucha, die nun mit viel Selbstvertrauen gegen Thalheim antreten wird – nach einem 1:5-Auswärtssieg gegen den DSC zum Auftakt in die Rückrunde.

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