Tannen kommen gegen Stahl Riesa unter die Räder
SV Tanne Thalheim – BSG Stahl Riesa 0:6 (0:5)
Aufstellung der Tannen: Stefan Berger, Nino Groschopp (63´ Nitzsche), Anton Wendler, Leo Pampel (31´ Schindler), Lukas Hirsch, Marek Barthold, Luca Groß (60´ Mika), Jim Fischer, Pierre Kretzschmar (80´ Haase), Ian Schenker, Philip Dauth (60´ Teichert)
Torfolge: 0:1 Paul Kant (4´), 0:2 Markus Baumann (31´), 0:3 Janek Müller (33´), 0:4 Janek Müller (41´), 0:5 Georg Liesch (45+5´), 0:6 Lennox Schubert (90´)
Schiedsrichter: Florian Ordon Zuschauer: 278
Es war mal wieder Heimspielzeit im Thalheimer Waldstadion. Am 5. Spieltag der Sachsenliga empfing die Wendler-Elf den Liga-Primus BSG Stahl Riesa. Schon im Vorfeld meldeten sich zahlreiche Stahl-Anhänger bei Abteilungsleiter Drechsel an, um ihre Mannschaft im Zwönitztal lautstark zu unterstützen. Pünktlich um 14 Uhr öffneten die Stadiontore, und zwei Reisebusse voller treuer Stahl-Fans rollten ins Erzgebirge. Rund 120 Anhänger nahmen die 97 Kilometer auf sich, um dabei zu sein.
Sportlich hatte Trainer René Wendler in der Woche wieder viele graue Haare bekommen. Erneut musste er auf zahlreiche verletzte Spieler verzichten. Es gab aber auch erfreuliche Nachrichten: Sommerneuzugang Jonas Haase stand nach langer, schwerer Fußverletzung erstmals im Kader der Tannen.
Rein in die Partie:
Die Mannschaft nahm sich viel vor: gegen den großen Gegner defensiv stabil stehen und offensiv über die flinken Außen auf Konter lauern. Doch dieser Plan flog den Jungs nach nur drei Minuten um die Ohren. Ein Ballverlust zentral vor dem Tor, Riesa schaltete blitzschnell um und zog aus der Distanz ab. Der Schuss flatterte zentral auf Keeper Berger, der bei seiner Parade unglücklich aussah und den Ball mit Knie/Oberschenkel ins eigene Tor abfälschte. So lief man früh einem Rückstand hinterher – ähnlich wie schon in Laubegast.
Riesa kontrollierte im weiteren Verlauf klar das Geschehen. Wenn die Tannen mal Räume fanden, spielten sie ihre Angriffe oft zu ungenau aus. Die beste Gelegenheit hatte Stürmer Groß: Nach Zuspiel von Schenker setzte er sich stark durch, umkurvte den herauseilenden Keeper, doch am Ende fehlten wenige Meter, um ins leere Tor einzuschieben.
Defensiv standen die Tannen sehr tief. Ein Schreckmoment kam nach einer guten halben Stunde: Leo Pampel musste verletzt raus, für ihn kam Eric Schindler. Danach hatte man Glück, als ein zu kurzer Rückpass von Kretzschmar beinahe ins Auge ging – der Riesaer Stürmer umkurvte Berger, schoss aber knapp am langen Pfosten vorbei.
In der letzten Viertelstunde der ersten Hälfte luden die Tannen die Gäste mit Fehlern regelrecht ein – und Riesa machte alles klar. In der 31. Minute segelte ein Ball quer durch den Strafraum, ein Gästespieler zirkelte ihn direkt ins linke obere Eck. Nur zwei Minuten später behauptete Barthold den Ball, bekam aber einen leichten Schubser, und der Pfiff blieb aus – Riesa nutzte die Situation, legte quer, und am langen Pfosten musste der Stürmer nur noch einschieben. In der 41. Minute das gleiche Bild: Über die anfällige linke Seite kam der Ball scharf vors Tor, wieder drückte ein Angreifer am zweiten Pfosten die Kugel über die Linie. Kurz vor dem Halbzeitpfiff setzte es den nächsten Nackenschlag: Ein langer Diagonalball auf die linke Abwehrseite, der Riesaer Stürmer nahm den Ball stark mit und knallte ihn ansatzlos in die lange Ecke – 0:5.
Mit diesem deutlichen Ergebnis ging es bei sommerlichen 27 Grad in die Pause.
Zweite Halbzeit:
Die Tannen hatten die erste Chance: Kretzschmar tauchte frei vor dem Keeper auf, sein Schuss war aber zu zentral. Danach nahmen die Gäste das Tempo raus, so ergaben sich vereinzelt Räume, die die Tannen jedoch nicht konsequent nutzten. Viele Wechsel auf beiden Seiten störten zusätzlich den Spielfluss.
Die nächste Großchance hatte wieder Riesa: Ein Distanzschuss sprang vom Innenpfosten in die Arme von Berger. Viel passierte nicht mehr, das Spiel plätscherte dahin. Ein Highlight aus Sicht der Tannen war jedoch das Comeback von Jonas Haase, der nach seiner langen Leidenszeit endlich seine ersten Minuten im grün-weißen Trikot absolvierte.
Mit dem Schlusspfiff machte Riesa das halbe Dutzend voll und fuhr souverän drei Punkte ein. Die Stahl-Elf grüßt nun wieder von der Tabellenspitze.
Die Tannen reisen kommende Woche zu Lipsia Eutritzsch – einem direkten Tabellennachbarn und ebenfalls Aufsteiger in die Sachsenliga aus der Sachsenklasse Nord.